Das kleine Fachwerkstädtchen Ystad im äussersten Süden Schwedens kann wohl mit Fug und Recht als eine der schönsten, wenn nicht die schönste Stadt Schwedens bezeichnet werden. Mit seinen über 300 Häusern im norddeutschen Fachwerkstil ist es aber auf jeden Fall die Fachwerkstadt Skandinaviens. Trotz seiner nur 25000 Einwohner hat die Kommune Ystad, deren Zentrum die Stadt ist, eine ganze Menge zu bieten. So gibt es in Ystad ein Kunstmuseum und ein Dragonermuseum, dazu ein Theatergebäude, dass sich mit Häusern wie der Dresdner Semperoper messen kann, in dem auch in diesem Jahr wieder ein sommerliches Opernfestival stattfinden wird. Darüber hinaus gibt es in der Nähe der Stadt auch eine wunderbare freie Theatertruppe, die eine Freilichtbühne am Schloss Marsvinsholm bespielt.
Unweit von Marsvinsholm liegt auch die Burg Bjersjöholm, auf der vom 12. bis 14 Juli 2007 ein Mittelalterfest mit Ritterspielen, Gauklern und Handwerkern stattfinden wird.
Seit einigen Jahren ist Ystad auch eine Filmstadt. Im ehemaligen Kasernengelände östlich des Stadtzentrums befinden sich Filmstudios und die Cinetek. In den Studios werden nunmehr die berühmten Wallanderfilme gedreht. Kurt Wallander, der Held der Kriminalromane von Henning Mankell ist ja die literarische Gestalt, die Ystad auf die Landkarte der Kriminalfilme gesetzt hat und die Stadt dadurch einem breiten Publikum in Deutschland vertraut gemacht hat. Obwohl es natürlich ein zweifelhafter Ruf ist, das Zentrum der Kriminalität in Schweden zu sein, so setzt die Stadtdennoch darauf, diesen Mythos am Leben zu erhalten – ist der doch nur literarischer Natur. Im richtigen Leben ist die Stadt ein reizvolles, ein wenig verschlafenes Nestchen, das jedoch im Sommer zu neuem Leben erwacht und teilweise südeuropäisches Flair auszustrahlen in der Lage ist.
Unsere Stadtführungen führen den Besucher durch die historische Altstadt, in der sich seit dem Spätmittelalter nichts am Strassennetz geändert hat – man könnte also demnach mit einem Stadtplan aus dem Jahre 1600 durchaus den richtigen Weg finden. Nur die Häuser sind modernisiert und den heutigen Lebensverhältnissen angepasst worden.
Die Stadt Ystad wird auch gern als das Tor zu Österlen bezeichnet, einer einzigartigen Landschaft in Schweden, die auch ghern als die schwedische Provence bezeichnet wird, ein Vergleich, der zumindest im Sommer durchaus stimmt. Das unvergleichliche Licht hat viele Künstler aus ganz Schweden und aus dem Ausland hierher gezogen, und so hat sich eine Vielzahl kleinerer und grösserer Galerien und Ateliers überall in den kleinen Städten Simrishamn und Tomelilla und den umliegenden Dörfern etabliert. Darüber hinaus hat Österlen eine Vielzahl von Schlössern und Burgen, darunter die Burg Glimmingehus, wo wir auch Führungen durchführen, und die Schlösser Christinehof und Kronovall, sowie eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten von Rang auf zu weisen. Unter anderem finden wir oberhalb des kleinen Fischerdörfchens Kåseberga das schwedische Stonehenge, die Schiffslegung Ales stenar. Wenige Kilometer nördlich von Simrishamn befindet sich der Nationalpark Stenshuvud mit seinem weithin sichtbaren, ins Meer hinausragenden Felsen, dem Steinkopf. In dem Dorf Kivik, der Hauptstadt des Apfelanbaus in Schweden liegt auch das Königsgrab, ein weiteres interessantes Stück nordischer Kulturgeschichte. Wieder etwas weiter nördlich befinden sich die imposanten Hügel von Brösarp, Brösarps backar, in denen unter anderem der Film über Ronja Räubertochter gedreht worden ist. In Österlen haben wir ausserdem zwei wunderbare Wasserfälle, einen in Degeberga und einen in Rörum, wobei letzterer gut versteckt abseits der grösseren Strassen liegt und sehr schwer zu finden ist.
Bei einer Busrundfahrt führen wir die Gäste gern zu diesen Plätzen und berichten über deren Geschichte und natürlich über Land und Leute in Österlen und Schweden.
